Was du brauchst
1. Kurs eintragen und rechtweisenden Kurs ablesen

Verbinde Start und Ziel mit einer Linie. Schiebe die Richtung mit dem Kursdreieck parallel zu einer Kompassrose oder einem Längengrad und lies den Winkel ab. Das ist der rechtweisende Kurs (rwK): von geografisch Nord im Uhrzeigersinn, 000° bis 360°.
2. Vom rwK zum Magnetkompasskurs

Dein Kompass zeigt nicht nach geografisch Nord. Zwei Fehler musst du herausrechnen: die Missweisung (Mw), die steht auf dem Kartenausschnitt bzw. an der Kompassrose, und die Ablenkung (Abl) durch das eigene Schiff, die gibt die Aufgabe vor.
Rechne so: MgK = rwK − Mw − Abl. Östliche Werte (E) sind positiv, westliche (W) negativ. Bei Peilungen geht es in die andere Richtung: rwP = MgP + Abl + Mw.
3. Distanz, Zeit und Fahrt
Distanzen greifst du mit dem Zirkel ab und misst sie am seitlichen Kartenrand, der Breitenskala, in Höhe deines Kurses: eine Bogenminute ist eine Seemeile. Nie am oberen oder unteren Rand messen.
Zeit = Distanz ÷ Fahrt; Fahrt = Distanz ÷ Zeit. 12 sm bei 6 kn dauern 2 Stunden; 9 sm in 1,5 Stunden sind 6 kn.
4. Peilungen und beobachteter Ort

Rechne jede Kompasspeilung in eine rechtweisende Peilung um und trage sie als Linie durch das gepeilte Objekt ein. Dein Schiff liegt irgendwo auf dieser Standlinie. Der Schnittpunkt zweier Standlinien ist dein beobachteter Ort.
5. Position ablesen und eintragen
Die Breite liest du am seitlichen Kartenrand ab (Grad und Minuten Nord), die Länge am oberen oder unteren Rand (Grad und Minuten Ost). Zum Eintragen überträgst du beide Werte mit Kursdreieck oder Zirkel und markierst den Schnittpunkt.
6. Koppelort und Besteckversetzung

Den Koppelort findest du vom letzten sicheren Ort aus: gesteuerten Kurs eintragen, gelaufene Distanz (Fahrt × Zeit) abtragen.
Weicht dein beobachteter Ort davon ab, haben dich Strom oder Wind versetzt. Die Besteckversetzung (BV) ist Richtung und Distanz vom Koppelort zum beobachteten Ort.
7. Zeichen aus der Karte beschreiben
Beschreibe ein Schifffahrtszeichen vollständig: Farbe, Form, Toppzeichen, Kennung und Farbe des Feuers, bei Leuchtfeuern auch Feuerhöhe und Nenntragweite. Sag dazu, was es bedeutet, etwa „Steuerbordseite des Fahrwassers“. Eintragungen wie Wracks oder Tiefen deutest du mit der Karte 1 (INT 1).
Das amtliche Beispiel: Navigationsaufgabe 1
Ein Sportboot läuft mit 8 kn Fahrt über Grund von Borkum nach Cuxhaven. Um 10:00 Uhr passiert es die Leuchttonne „TG19/Weser 2“ und setzt Kurs auf die Ansteuerungstonne „ST“ der Alten Weser.
| Teilaufgabe | Amtliches Ergebnis | So kommt man drauf |
|---|---|---|
| rwK | 079° | Kurslinie TG19 → ST, mit dem Kursdreieck ablesen |
| MgK (Abl +4°, Mw +1°) | 074° | 079° − 1° − 4° = 074° |
| Distanz | 6,1 sm | am seitlichen Kartenrand abgreifen |
| Zeit bei 8 kn | 45,75 min, also 46 min | 6,1 sm ÷ 8 kn = 0,7625 h |
| Koppelort 10:30 Uhr | 53° 55,8′ N, 007° 51,3′ E | 4 sm (8 kn × 0,5 h) auf der Kurslinie abtragen |
| rwP „4a“ (MgP 169°, Abl 0°, Mw +1°) | 170° | 169° + 0° + 1° |
| rwP „ST“ (MgP 064°) | 065° | 064° + 0° + 1° |
| Besteckversetzung | 103°, 0,8 sm | vom Koppelort zum Schnittpunkt der Peilungen |
| Tonne „ST“ beschreiben | rot-weiß senkrecht gestreift, Gleichtaktfeuer weiß, 8 s, roter Ball | Mitte-Tonne aus der Karte lesen |
Im Kurs dazu
- Lektion 18: Seekarte, Kompass und Navigation
- Lektion 22: Kartenaufgabe I: Kurs, Distanz, Zeit und Fahrt
- Lektion 23: Kartenaufgabe II: Peilung, Position und Versetzung
Prüfungsfragen dazu üben
Im Kurs übst du alle 285 amtlichen Fragen mit Erklärung und simulierst die Prüfung mit Fragebogen und Navigationsaufgabe.
Weitere Ratgeber: Lichterführung auf SeeSchallsignale auf SeeBetonnung: Lateral- und KardinalzeichenWas kostet der Sportbootführerschein See?